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	<title>Urs Heinz Aerni</title>
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		<title>Schriftsteller kaufen auch Bücher</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 12:48:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Urs Heinz Aerni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[ Michael Lentz ist ein exellenter Literat, Rezitator und Fußballkenner. Aber ich fragte ihn mal, wie er eigentlich Bücher einkauft.



Michael, Wo und wie kaufst Du Bücher ein?


Lentz: Ehrlich gesagt, meistens über Amazon. Ansonsten bei Dussmann, Berlin an der Friedrichstraße. Ich kaufe Bücher in der Regel gezielt, ich suche ein bestimmtes Buch, schaue mir also nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="padding-left: 30px;"><strong> </strong>Michael Lentz ist ein exellenter Literat, Rezitator und Fußballkenner. Aber ich fragte ihn mal, wie er eigentlich Bücher einkauft.</p>
<p style="padding-left: 30px;">
<p style="padding-left: 30px;">
<p style="padding-left: 30px;">
<p style="text-align: center; padding-left: 30px;"><strong><em>Michael, Wo und wie kaufst Du Bücher ein?</em></strong></p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong><em><br />
</em></strong></p>
<p style="padding-left: 30px;">Lentz: Ehrlich gesagt, meistens über Amazon. Ansonsten bei Dussmann, Berlin an der Friedrichstraße. Ich kaufe Bücher in der Regel gezielt, ich suche ein bestimmtes Buch, schaue mir also nicht die Auslagen an, sondern gehe direkt in die entsprechende Abteilung.</p>
<p style="padding-left: 30px;">
<p style="padding-left: 30px;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align: center; padding-left: 30px;"><em><strong>Was schätzt Du an an einer guten Buchhandlung?</strong></em></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em><strong><br />
</strong></em></p>
<p style="padding-left: 30px;">Lentz: Ich schätze, wenn eine Buchhandlung auch Bücher vorrätig hat, die gerade nicht &#8220;aktuell&#8221; sind, entlegene Titel also, wenn sie schöne Ausgaben bestimmter Autoren des Barock, der Romantik, des Expressionismus oder der Frühen Moderne hat. Eine Buchhandlung, die zum Beispiel Robert Walser, Franz Kafka, Samuel Beckett, Gertrude Stein, Thomas Bernhard oder Friederike Mayröcker komplett im Regal stehen hat, hat gewonnen. Buchhandlungen, die keinerlei programmatischer Ausrichtung folgen, mag ich überhaupt nicht; am schlimmsten sind Ramschläden.</p>
<p style="padding-left: 30px;">
<p style="text-align: center; padding-left: 30px;"><em><strong>Beschreib mir Deine Traumbuchhandlung&#8230;</strong></em></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em><strong><br />
</strong></em></p>
<p style="padding-left: 30px;">Lentz: Die Traumbuchhandlung ist hoch spezialisiert, sie hat nicht nur alle gängigen Titel aus den Bereichen Barock, Romantik, Expressionismus, Frühe Moderne und klassische Avantgarden, dann die Bücher einzelner Autoren wie zum Beispiel Wolfgang Koeppen, Uwe Johnson, Peter Handke oder Helga M. Novak komplett, darüber hinaus die gediegendsten Ausgaben zum Beispiel der russischen, französischen, italienischen, spanischen, englischen und deutschen Klassiker, sie hat eine bestens bestückte Abteilung Literatur- und Musikwissenschaft und ist auch im Hörbuchbereich bestens sortiert. Das Licht in einer solchen Buchhandlung ist stets gedimmt, es gibt Kaffee und Tee, große einladende Ohrensessel, Abspielgeräte, um die aktuellen Titel wird kein Geschrei gemacht (siehe Robert Walser: &#8220;Der Spaziergang&#8221;).<br />
Einige Buchhandlungen kommen diesem Ideal nahe: die Autorenbuchhandlung in München, die Müller&amp;Böhm Literaturhandlung und Dussmann in Berlin.</p>
<p style="padding-left: 30px;">
<p style="padding-left: 30px;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align: center; padding-left: 30px;"><strong><em>Über was ärgerst Du Dich oft?</em></strong></p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong><em><br />
</em></strong></p>
<p style="padding-left: 30px;">Lentz: Über Mitarbeiter von Buchhandlungen, die von Literatur noch nie etwas gehört haben.</p>
<p style="padding-left: 30px;">
<p style="padding-left: 30px;">
<p style="padding-left: 30px;">
<p style="padding-left: 30px;">
<p style="text-align: right; padding-left: 30px;"><a href="http://www.michaellentz.com/home/" target="_blank">Mehr Informationen über Michael Lentz finden Sie über diesen Link.</a></p>
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		<title>Wie relevant sind Aussagen für Lesende?</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Aug 2010 13:21:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Urs Heinz Aerni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumnist]]></category>
		<category><![CDATA[Lesen]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Schweizer, ein Italiener und ein Serbe hätten den Überfall begangen. So steht&#8217;s in der Zeitung. Wie relevant sind eigentlich die Aussagen für den Lesenden? Hilft es? Nützt es? Wer will es wissen?
Wäre es auch interessant zu erfahren, ob bei der Schlägerei oder beim Autounfall ein Aargauer, ein Walliser und ein Luzerner involviert sind? Wieso [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Schweizer, ein Italiener und ein Serbe hätten den Überfall begangen. So steht&#8217;s in der Zeitung. Wie relevant sind eigentlich die Aussagen für den Lesenden? Hilft es? Nützt es? Wer will es wissen?</p>
<p>Wäre es auch interessant zu erfahren, ob bei der Schlägerei oder beim Autounfall ein Aargauer, ein Walliser und ein Luzerner involviert sind? Wieso nicht? Bei der Massenkollision auf der A1 bei Härkingen durch Nebel waren Autolenker aus Thurgau, St. Gallen, Schaffhausen und Jura beteiligt.</p>
<p>Im Zürcher Lokalblatt könnte doch darauf verwiesen werden, dass ein Wollishofer, Stettbacher und Albisrieder im Nachtclub nach Belästigungen des Personals verhaftet wurden. Und in der Quartierzeitung müsste folglich erwähnt sein, dass die prügelnden Gäste von der Hinterhofstraße, Oberaustraße und Mittelgasse kommen und einer sogar am Waldweg wohnt.</p>
<p>Ihr Kolumnist, aufgewachsen in Zug und im Aargau aber Bürger von Gunzgen, Solothurn.</p>
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		<title>Beruf ist nicht Beruf</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Jul 2010 10:02:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Antoine de Saint-Exupéry nahm sich nicht das Leben, er wurde fliegend in seiner Kiste von einem deutschen Kriegsflugzeug abgeschossen. Gefundene Wrackteile im Meer und die Aussage eines ehemaligen deutschen Piloten im Greisenalter geben diese Information vor Monaten preis. Der alte Mann spricht mit betroffener Miene vor der Kamera über seinen damaligen Einsatz. Zu Boden blickend [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Antoine de Saint-Exupéry nahm sich nicht das Leben, er wurde fliegend in seiner Kiste von einem deutschen Kriegsflugzeug abgeschossen. Gefundene Wrackteile im Meer und die Aussage eines ehemaligen deutschen Piloten im Greisenalter geben diese Information vor Monaten preis. Der alte Mann spricht mit betroffener Miene vor der Kamera über seinen damaligen Einsatz. Zu Boden blickend erklärt er, dass er nicht geschossen hätte, wenn er gewusst hätte, wer in der anderen Maschine saß, er habe diesen Autor gern gelesen und sehr geschätzt. Schätzte dieser Mann die Arbeit eines Spenglers, Architekten, Druckers oder Gärtners nicht? Glaubt dieser Mann, dass Saint-Exupéry nur ausgewählte Berufsgattungen ins Visier genommen hat? Soll ein Schriftsteller längere Lebensberechtigung im Kriegsfeuer haben als ein Butler oder ein Tierarzt? Hätten alle Schriftsteller im Kriegseinsatz ihre Maschinen mit Namen und Profession beschriften sollen? «Ich bin der bekannte Schriftsteller Soundso und bin mit dem aktuellen Roman noch nicht fertig. Schießen Sie mich nicht ab und freuen Sie sich auf mein nächstes Buch.»</p>
<p>«Achtung! Maschine K5, Sie werden von einem feindlichen Objekt verfolgt. Antworten.»</p>
<p>«Verstanden. Nehme Gegenangriff auf. Antworten.»</p>
<p>«Verstanden. Stopp! Sie haben Feuerverbot. Es handelt sich um den bekannten Lyriker Samuel Huber. Antworten.»</p>
<p>«Verstanden. Werde nichts unternehmen. Antworrrr…»</p>
<p>«K5! Können Sie uns hören? K5! Antworten Sie …»</p>
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		<title>Buntes Treiben mit einigen grauen Flecken &#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Mar 2010 08:37:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Kommentar zum Artikel von Joachim Güntner „Buntes Treiben mit einigen grauen Flecken“ von Joachim Güntner (NZZ, 22.03.2010)
Durch die Messestände zu schlendern ist das eine. Einen Bericht nach Zürich zu schicken um den Nichtdagewesenen davon zu erzählen, ist das andere. Über Allerweltsnamen wie von der abwesenden Helene Hegemann und den anwesenden Arno Geiger, Nina Hagen, Günter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kommentar zum Artikel von Joachim Güntner „Buntes Treiben mit einigen grauen Flecken“ von Joachim Güntner (NZZ, 22.03.2010)</p>
<p>Durch die Messestände zu schlendern ist das eine. Einen Bericht nach Zürich zu schicken um den Nichtdagewesenen davon zu erzählen, ist das andere. Über Allerweltsnamen wie von der abwesenden Helene Hegemann und den anwesenden Arno Geiger, Nina Hagen, Günter Grass oder Martin Walser wird geschrieben und zeitgleich die Abwesenheit von ‚internationalen Stars’ notiert. Die Fixierung auf Namen mit Promieffekt macht das Lesen einer Zeitung langweilig. Ja, es gibt sie, die neugierigen NZZ-Leser, die entdecken möchten. Zum Beispiel der Dittrich Verlag mit seiner Gesamtausgabe von Edgar Hilsenrath und Erasmus Schöfer. Die Dahlemer Verlagsanstalt mit junger Lyrik.  Oder der Abend in einer Buchhandlung, an dem Nora Gomringer mit ihrer Performance den anwesenden Klaus Wagenbach entzückte. Oder die Lesungen in einem Café aus originellen Kriminalromanen, die Einblicke in die letzten Jahrhunderte vermittelten. Oder da wären die Messelesungen des Schauspielers Thomas Sarbacher aus einem Buch des neuen Verlages Walde &amp; Graf, der in Zürich lebenden Ulrike Ulrich aus ihrem ersten Roman „Fern bleiben“ (Luftschacht) oder die Poetry-Slam-Lesungen von Autoren aus dem Hause Voland &amp; Quist, das von der Kurt-Wolff-Stiftung anlässlich der Messe geehrt wurde. Oder man könnte vom TvR-Verlag berichten, der das erstaunliche Buch von Felix Somary (1881 &#8211; 1956) „Krise und Zukunft der Demokratie“ neu auflegte.<br />
Die Buchmesse Leipzig ist immer wieder ein Schmelztigel von Entdeckungen, die die Zuhausegebliebenen gerne durch einen neugieren Korrespondenten ihres Leibblattes vermittelt haben möchten. Vom Promilärm erfahren sie genug.</p>
<p>Urs Heinz Aerni</p>
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		<title>Bitte Themawechsel</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 13:42:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Allein Baden-Württemberg gehört zu den wichtigsten Handelspartnern der Schweiz, die halbe Nation sieht am Sonntag Abend &#8220;Tatort&#8221; aus Münster oder Köln, über 80 Prozent der Bücher in den Buchhandlungen stammen aus Deutschen Verlagen, die Deutsche Bundesliga gehört in der Schweiz zu den beliebtesten und meistverfolgten Wettberben, das Deutsche Weizenbier wird in hiesigen Kneipen in enromen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Allein Baden-Württemberg gehört zu den wichtigsten Handelspartnern der Schweiz, die halbe Nation sieht am Sonntag Abend &#8220;Tatort&#8221; aus Münster oder Köln, über 80 Prozent der Bücher in den Buchhandlungen stammen aus Deutschen Verlagen, die Deutsche Bundesliga gehört in der Schweiz zu den beliebtesten und meistverfolgten Wettberben, das Deutsche Weizenbier wird in hiesigen Kneipen in enromen Mengen konsumiert während am Stammtisch über die Deutsche Dominanz palavert wird.</p>
<p>Das Reinigungspersonal in den Hotels spricht portugiesisch, der Bauarbeiter slawisch, der Gast im Palasthotel russisch, der Skifahrer in der Gondel englisch, die Pflegerin im Altersheim philippinisch oder begrüßt den Bewohner für die Morgentoillette mit thailändischer Freundlichkeit. Wo ist hier bitte schön die eidgenössische Diskussion über die entsprechenden Filze oder Seilschaften?</p>
<p>In der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts zeigte sich die Schweiz mit der Zuwanderung aus Italien überfodert, dann war man froh über die Kräfte für Arbeiten, die kein Schweizer mehr machen wollte und heute ist es kein Thema mehr. Nun hört man Deutsch in der Gastronomie, im Dienstleistungssektor oder im Operationssaal, und schon erklingt die gleiche Leier wie damals.</p>
<p>Der Schweizer Befindlichkeit muss eine Verunsicherung attestiert werden, eine gestörte Selbstwahrnehmung. Diese nutzt eine politische Partei dergestalt aus, dass alle drauf hereinfallen. Die Schweiz verbietet Minarette, exportiert Waffen, hortet Geld auf Teufel komm raus und wird von der UNO kritisiert, weil sie zu den Ländern gehört, die für die Biodiversität am wenigsten unternommen hat.</p>
<p>Meine Damen und Herren, wollen wir nicht endlich das Thema wechseln?</p>
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		<title>Wenn die Kulturpolitik sauer aufstößt oder wie sich die Schweiz zu einer privatisierten Dikatur wird.</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Nov 2009 17:55:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Kulturförderungen werden reduziert und die Wiedereinführung einer Buchpreisbindung steht unter großem Druck.
Sauer aufstoßen? Wenn der Magen rumort kommt das vor. Aber gewisse Entscheidungen seitens Behörden stoßen auch sauer auf. Noch immer hinterlässt die Finanzkrise ihre Spuren. Die Gier der Großbanken nach schnellem aber unsicherem Geld löste eine rekordverdächtige Rettungsaktion durch Regierungen aus. Steuergelder mussten eingschossen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Kulturförderungen werden reduziert und die Wiedereinführung einer Buchpreisbindung steht unter großem Druck.</h3>
<p>Sauer aufstoßen? Wenn der Magen rumort kommt das vor. Aber gewisse Entscheidungen seitens Behörden stoßen auch sauer auf. Noch immer hinterlässt die Finanzkrise ihre Spuren. Die Gier der Großbanken nach schnellem aber unsicherem Geld löste eine rekordverdächtige Rettungsaktion durch Regierungen aus. Steuergelder mussten eingschossen werden, damit das ganze Abendland stabilisiert wird. Wo Mittel abgezogen werden, entstehen neue Löcher. Da meldet zum Beispiel die Credit Suisse neue Milliardengewinne und die gleichzeitige Bekanntgabe, dass das Unternehmen aus Erholungsgründen noch keine Steuern zahlen muss.</p>
<p>Gleichzeitig lassen staatliche Kulturfördereinrichtungen ausrichten, dass Gelder gestrichen würden. Für die Rettung der Altersvorsorge und Versicherungen werden Gelder von der Realwirtschaft abgezwickt.</p>
<p>Kleinunternehmen und Kultureinrichtungen kämpfen ums nackte Überleben und die Hochfinanz investiert in Geschäfte und Löhne als wäre die Finanzkrise ein Rülpser in der Wirtschaftsgeschichte.</p>
<h3>Verkannte Notwendigkeit der Kultur</h3>
<p>Das stößt sauer auf. Kultur ist nicht immer klar zu definieren. Damit verbindet man Musik, Film, Tanz, Kunst, Theater und Literatur. All diese Kunstformen gehören zum Leben. Zum Leben mit Kreativität, Ideen, Perspektiven und Visionen. Kultur ist lebensnotwendig und sie ist oft da präsent, wo der Passant oder Konsument sie nicht realisiert aber nutzt.<br />
Kultur ist auch ein Wirtschaftsfaktor, als Generator für Fantasie und Mobilität, die jeder Mensch im Business braucht.</p>
<h3>Schweiz tickt wieder einmal anders</h3>
<p>Hochhäuser, Fußballstadien und Autobahnen finden immer Geldgeber. Wenn die Literatur, der Jazz oder der Film an die Tür klopft, heißt es: „bitte warten.“ Es sei denn, man garantiert einen Blockbuster oder Beststeller.</p>
<p>Sauer aufstoßend ist auch das Trauerspiel mit der Buchpreisbindung, das in Bern aufgeführt wird. In Nachbarländern wird der Sinn der Buchpreisbindung für eine Gewährleistung für Bücher zu moderaten Preisen &#8211; auch in ländlichen Gegenden &#8211; eingesehen. Aber die kleine Schweiz tickt natürlich wieder mal anders. Feste Preise für Bücher ermöglichen die Finanzierung von Titeln, die eben nicht massentauglich sind und Gewinne abwerfen. Hand aufs Herz, was haben wir davon wenn die Autobiografie von Dieter Bohlen günstiger wird? Sind Billigangebote für solche und ähnliche Bücher eine Kulturleistung wenn im Gegensatz stille Literatur, feine Lyrik, originelle Philosophie und gewinnende Bildung unbezahlbar wird oder gar nicht mehr erscheinen? Was passiert mit unserer Kultur, wenn wir von ihr erwarten, im freien Markt bestehen zu müssen? Die Antwort finden Sie beim versuchten Genuss eines Spielfilms bei Privatsendern wie RTL oder Sat1.</p>
<h3>Schweiz AG?</h3>
<p>Es scheint so, dass unsere Regierung alles an den Markt delegieren will.</p>
<p>Man könnte ja die Eidgenossenschaft in eine AG umwandeln und den Bayern die Alpen verkaufen, Hauptsache es gibt Kohle. Privatisieren wir auch gleich die Feuerwehr. Dann hieße es am Telefon: „Möchten Sie das brennende Haus umgehend gelöscht haben, so geben sie Ihre Kreditkartennummer ein.</p>
<p>Ansonsten drücken Sie Taste 2 für Aufräumarbeiten zum Weekend-Tarif.“</p>
<h3>Denkfehler</h3>
<p>Kultur ist mit der Lebensqualität so verflochten, dass sie unverzichtbar ist. Auch wenn Politiker immer wieder auf die Idee kommen, sie als gesonderten Teil unserer Gesellschaft zu werten. Dieser Denkfehler wird Mode und gefährdet eine Qualtität des Lebens, die für spätere Generationen teuer zu stehen käme. Kultur, meine Damen und Herren der Politik, gehört zum Grundservice eines Landes, in das ich mein Steuergeld investiere.</p>
<p>Urs Heinz Aerni</p>
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		<title>Links zu Buchmessen</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Oct 2009 11:42:46 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Frankfurter Buchmesse www.buchmesse.de
Leipziger Buchmesse www.leipziger-buchmesse.de
Buchmesse Olten www.buchmesse-olten.ch
BuchBasel www.buchbasel.ch
Luzern bucht www.literaturfest.ch
Frauenfelder Buch- und Handpressenmesse www.waldgut.ch
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Frankfurter Buchmesse<a href="http://" target="_blank"> www.buchmesse.de</a></p>
<p>Leipziger Buchmesse <a href="http://www.leipziger-buchmesse.de/" target="_blank">www.leipziger-buchmesse.de</a></p>
<p>Buchmesse Olten <a href="http://www.buchmesse-olten.ch/" target="_blank">www.buchmesse-olten.ch</a></p>
<p>BuchBasel <a href="http://www.buchbasel.ch/" target="_blank">www.buchbasel.ch</a></p>
<p>Luzern bucht <a href="http://www.literaturfest.ch/" target="_blank">www.literaturfest.ch</a></p>
<p>Frauenfelder Buch- und Handpressenmesse <a href="http://www.waldgut.ch/" target="_blank">www.waldgut.ch</a></p>
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		<title>Frankfurter Buchmesse 2009</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Oct 2009 11:38:10 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das war&#8217;s wieder einmal; die weltweit größte Buchmesse in Frankfurt. Die Hallen sind leer, Handwerker bauen Regale ab. Da und dort liegt noch ein Buch. Alljährlich fliegen und fahren Fachleute aus Verlagen, Buchhandel und Medien zur Buchmesse an die Stadt am Main. Hier wurden an den Verlagsständen, in Hotels, Kneipen und Hinterzimmern Geschäfte gemacht. Sei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das war&#8217;s wieder einmal; die weltweit größte Buchmesse in Frankfurt. Die Hallen sind leer, Handwerker bauen Regale ab. Da und dort liegt noch ein Buch. Alljährlich fliegen und fahren Fachleute aus Verlagen, Buchhandel und Medien zur Buchmesse an die Stadt am Main. Hier wurden an den Verlagsständen, in Hotels, Kneipen und Hinterzimmern Geschäfte gemacht. Sei es Lizenzen für Film- und Nebenrechte oder Vorschussverhandlungen für den nächsten Bestseller. Networking lautet das neudeutsche Wort, das auch hier zelebriert wurde. Man traf sich also, ob an der Bar oder bei hochoffiziellen Empfängen. Ohne Messen keine Kontakte, ohne Kontakte keine Geschäfte. Eine Gesetzmäßigkeit, die jede Branche kennt.</p>
<h4>Tauschhandel</h4>
<p>Die Buchmesse Frankfurt im Herbst und die Buchmesse in Leipzig im Frühling existieren seit dem 16. respektive 18. Jahrhundert. Während in Frankfurt mehr brancheninterne Geschäfte abgewickelt werden, öffnete sich Leipzig konzeptuell mehr dem interessierten und lesenden Publikum, also dem Endverbraucher. Damals herrschte Tauschhandel zwischen Manuskripten, der heute wohl stimmungsmäßig eher an eine Handelsbörse erinnern würde. In der Tat, Buchhändler und Verleger, Autoren und Produzenten boten Texte feil im Sinne einer Börse. Noch heute erinnert der Verband &#8220;Börsenverein des Deutschen Buchhandels&#8221; an diese Form des Geschäfts.</p>
<p>Noch immer wird verhandelt und Verträge unterzeichnet, doch mit den Jahren kamen weitere Medienbereiche dazu, wie Hörbücher, CDs und DVDs und die so genannten E-Books sorgen für neue Wege der Lektüre. Die Buchmessen wurden größer und bunter. Lesungen, Talks und Partys garnierten das Treiben rund um die Messehallen.</p>
<h3>Größer und bunter</h3>
<p>Spazierte der Besucher durch diese Hallen mit all den Verlagsständen, an denen mit viel Raffinesse der Messearchitektur tonnenweise Bücher präsentiert wurden, so konnte er auf den Gedanken kommen, dass es der Branche ja mitnichten so schlecht ergeht, wie immer wieder zu hören ist. Großzügig wurde Orangensaft und Wein ausgeschenkt. Die Mietpreise für solche Messestände kosten tausende von Franken und trotzdem wachsen die Buchmessen auch in der Anzahl. Basel (12. bis 15. November) startete vor Jahren im großen Stil und Wien (12. bis 15. November) will sich in dieser Hinsicht auch nicht lumpen lassen. Basel schrumpfte wieder und aus Wien war viel Stress im Vorfeld zu vernehmen.</p>
<h3>Buch und Geld</h3>
<p>Betrachtet man die Buchbranche bei Lichte so drängen sich angesichts der Messewut Fragen auf. In den letzten Monaten gaben diverse Verlage bekannt, dass sie schließen oder die Programm reduzieren und Vertreter, Lektoren und Grafiker kündigen mussten. Die in der Schweiz fehlende Buchpreisbindung verunmöglicht vielen Verlagen, Bücher mit hoher Qualität für ein erlesenes Nischenpublikum zu realisieren, weil bisherige Sicherheiten in der Kalkulation fehlen. Autorinnen und Autoren kriegen keine Vertragsverlängerungen weil Geld fehlt. Zugleich wird eine nachhaltige Betreuung der Neuerscheinungen wie Lesereisen und Medienarbeit zum Luxus. Somit liegt der Schluss nahe, warum so viel Geld für die Messepräsenz locker gemacht wird.</p>
<h3>Bücher sind anders</h3>
<p>Viele Probleme in der Buchbranche sind selbstgemacht. Obwohl das Lesen seit der Erfindung der Schrift immer gleich funktioniert, biederte sich die Buchwirtschaft dem Zeitgeist an; was Tempo, Technik und den lärmigen Medienzirkus betrifft. Bücher sind Medien mit einer gemächlichen Konsumation. Bücher sind weder Games, Modeschauen noch Videoclips. Bücher entstehen behutsam, werden gelesen, erblättert und dienen für das Nachschlagen auch wenn sie nicht mehr als Novität auf Bestseller-Listen stehen. Und genau hier scheint irgendwann mal eine Abzweigung übersehen worden zu sein. Nichts gegen Buchmessen aber wenn das so weiter geht, geben Verlage nur noch Geld für Präsenz und Show aus. Aber der lesende Mensch wäre möglicherweise für die Investition in die Qualität von Büchern doch dankbar.</p>
<p>Allerdings hinterließ die Finanzkrise auch Spuren. Ein Journalist bemerkte, dass dieses Mal dank weniger Besucher die Luft besser war.</p>
<address>Urs Heinz Aerni</address>
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		<title>Briefe schreiben &#8230;</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Sep 2009 10:47:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Michael* wohnte in einem aargauer Dorf und liebte Denise*. Sie lebte im Nachbardorf. Er liebt sie so sehr, dass er ihr Briefe schrieb, einen am Vormittag, den sie am Nachmittag erhielt und einer am Nachmittag, den sie am nächsten Vormittag erhielt. Er verziehrte die Umschläge mit Zeichnungen und Zierschriften so sehr, dass es für sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Michael* wohnte in einem aargauer Dorf und liebte Denise*. Sie lebte im Nachbardorf. Er liebt sie so sehr, dass er ihr Briefe schrieb, einen am Vormittag, den sie am Nachmittag erhielt und einer am Nachmittag, den sie am nächsten Vormittag erhielt. Er verziehrte die Umschläge mit Zeichnungen und Zierschriften so sehr, dass es für sie nur so eine Wonne war. Das war so Anfangs der 80er Jahre, als der Postbote zweimal den Briefkasten heimsuchte. Zweimal im Tag konnte Denise den Briefkasten leeren und die Mutter rief aus der Küche ob was gekommen sei. Denise rief zurück: &#8220;Nichts!&#8221; während sie den Brief von Michael ans Herz presste. Damals entstand viel Grosses mit einem Brief, wie heute die Post wirbt. Neulich gab ich einen Kartonumschlag am Schalter auf, der noch als Brief durchging. Liebevoll schrieb ich die Anschrift in leserlichen Lettern. Die Dame am Schalter sah mich ernst an und klebte eine Etikette über meine Schrift. Ich fragte nach,  sie antwortete. Man müsse diese Etikette verwenden. Aha. Und man dürfe nur in Grossbuchstaben schreiben. Oha. Und auch keine Zwischenzeile sei erlaubt. Ah ja. Umgehend käme das Ding zurück. Das wollen wir ja nicht. Klar. Eben, sonst könne der Computer den Empfänger nicht lesen. Ja, und die Damen an den Schaltern erhielten Ermahungen von oben. Nun denn, da wollen wir als moderne Konsumenten nicht zurück stehen und den Maschinen geben was sie brauchen: Kalte klare Schrift auf genormten Etiketten damit für teures Geld unser Brief hoffentlich noch in der gleichen Woche ankommt. Oder noch besser, die Klubschule Migros bietet einen neuen Weiterbildungskurs an. Titel: &#8220;Kompetenter Postkunde &#8211; Eine Herausforderung, die ich annehme&#8221;.</p>
<p>*Namen wurden geändert, sind aber dem Verfasser bekannt</p>
<p>Link:</p>
<p><a href="http://www.switzerlandshop.com/swissintern_archiv/?___store=default#answer1">http://www.switzerlandshop.com/swissintern_archiv/?___store=default#answer1</a></p>
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		<title>Der Verlag und die Zukunft</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Sep 2009 10:39:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Litteraire]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Ammann Verlag stellt nächstes Jahr seine Tätigkeit ein. Das harte wirtschaftliche Umfeld so-wie die schwierige Nachfolgeregelung haben Egon Ammann und Marie-Luise Flammersfeld dazu bewogen, aufzuhören. Damit verliert die Schweiz ein wichtiges Unternehmen, das Texte entdeckte, sie in Buchform veröffentlichte, Autoren förderte und Leserinnen und Leser immer wieder überraschte.
Der Verlag steht für die Buchkultur, für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Ammann Verlag stellt nächstes Jahr seine Tätigkeit ein. Das harte wirtschaftliche Umfeld so-wie die schwierige Nachfolgeregelung haben Egon Ammann und Marie-Luise Flammersfeld dazu bewogen, aufzuhören. Damit verliert die Schweiz ein wichtiges Unternehmen, das Texte entdeckte, sie in Buchform veröffentlichte, Autoren förderte und Leserinnen und Leser immer wieder überraschte.</p>
<p>Der Verlag steht für die Buchkultur, für die Kunst der Sprache und für die Namen der Schreibenden. Charisma, Risiko und Hingabe für die Literatur zeichneten so wich­tige Verleger wie Johann Friedrich Cotta, Max Droschl, Emil Oprecht, Siegfried Unseld oder Kurt Wolff aus.</p>
<p>In den letzten Jahren und Monaten erfuhr der Literaturbetrieb so manche Ver­än­derung: die Ankündigung von elektronischen Büchern, Fusionen und Übernahmen von Ver­lags­häusern, Sparmassnahmen und eben gar das Ende des Li­te­ra­tur­ver­la­gs Ammann.</p>
<p>Namen wie Thomas Hürlimann, Ruth Schweikert, Wole Soyinka, Hansjörg Schneider und Ulrich Peltzer trug dieser Verlag in die literarische Welt. Neu­au­s­gaben von Fernando Pessoa, Ossip Mandelstam und Attila József kamen ebenso aus dem Hause Ammann. Dieses Programm verdient eine Hommage.</p>
<p>Viele Gründe für das Züri Littéraire, mit Verlegern über ihre Leidenschaft und Motivation, über ihre Erfolge und Herausforderungen zu reden. Röbi Koller unterhält sich mit Egon Ammann, Anne Rüffer, Verlegerin von Rüffer &amp; Rub, und Michael Krüger, Schriftsteller und Leiter von Hanser in München, über das Tagesgeschäft eines Verlags, über die Bedrohung des Kulturgutes Buch, über Anekdoten und Lieblingsbücher.</p>
<p>Link:</p>
<p><a href="http://www.zuerilitteraire.ch/">http://www.zuerilitteraire.ch</a></p>
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