Dieses Schreiben verfasse ich weder als Agent, bezahlter Vermittler oder als Beteiligter von irgendeinem Veranstalter. Ich schreibe jetzt als begeisterter Konsument, der gestern im Hauptbahnhof Zürich saß und Zeuge einer königlichen Krönung wurde, wie es das umtriebige Zürich selten oder gar nie sah.
Da reist Giovanni Netzer mit einer Truppe aus dem idyllischen Riom (GR) an und präsentiert eine Krönungs-Show, die alles bietet; Epos, Musikgewalt und eine Tanz- und Inszenierungsfantasie die schon fast sakral die eigene Spiritualität anrührt. Aber, auch eine Portion Ironie – wenn man die Rolle des Staates, der Kirche und der inszenierten Dramaturgie der Medien zu hinterfragen getraut.
Die Königsmutter, die ihren Schützling ins brutale Geschäft schickt. Der König, der alles will nur nicht das. Die Bischöfin, die ihren Job macht aber mehr will. Der Seher, der den Größenwahn auf dem Thron stoppen will. Ein Personal von Dienern, Musikern, und Sängern, die ihre Arbeit bravourös erledigt und vielleicht froh ist um die sichere Arbeitststelle.
Ob ich das richtig verstehe, lassen wir offen. Aber dass ich begeistert bin ist ohne Frage und auch Grund dieses Schreibens.
Ich verstehe schlicht und einfach nicht, dass alle Medien an vordester Front jedes Jahr über Bööggverbrennen, Street Parade oder Knabenschießen auf allen Kanälen berichten aber über dieses großartige, von Giovanni Netzer lancierte Spektakel für Aug und Seele so marginal bis nichts berichtet.
Heute, liebe Leut’, ist die letzte Möglichkeit, es zu sehen, es zu erleben. Wenn Ihr es kritisch zerpflücken möchtet, dann bitte sehr. Aber geht hin und macht was.
Die sympathische für Medien zuständige Dame sagte mir gestern, dass sie es nicht verstehe, warum die Zürcher Medien sich dergestalt desinteressiert verhalten.
Und wisst Ihr was? Ich auch nicht.
Heute also Kinder, wird es um 17:15 Uhr im HB Zürich was geben.