Urs Heinz Aerni

und was er so tut
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“Die Klugscheißer” – Spitzenklasse der Satire im Bayrischen Fernsehen

Mai 17, 2012 Von: Urs Heinz Aerni Kategorie: Allgemein

Im April diskutierten Monika, Bruno und Rick über die politische Wirkung von Gedichten, über die Herdprämie und die Frauenquote. Außerdem versuchten sie, eine Partei zu gründen, die die politische Landschaft ebenso aufzumischen vermag wie die Piratenpartei. Schauen Sie rein: DIE KLUGSCHEISSER

Zur letzten Ausgabe von “Klugscheißer” ist es mir ein Bedürfnis, folgende Worte des Kompliments zu platzieren: Witz, Esprit, scharfzüngig, temporeich, erstklassige KünsterInnen, herrausragende Wortwahl und Wortkunst, herrlich kritisch, sympathisch und großartiger Humor generell! Auch das muss mal gesagt sein. Ohne Wenn und Aber.

Krönung im Hauptbahnhof Zürich

Mai 12, 2012 Von: Urs Heinz Aerni Kategorie: Allgemein

Dieses Schreiben verfasse ich weder als Agent, bezahlter Vermittler oder als Beteiligter von irgendeinem Veranstalter. Ich schreibe jetzt als begeisterter Konsument, der gestern im Hauptbahnhof Zürich saß und Zeuge einer königlichen Krönung wurde, wie es das umtriebige Zürich selten oder gar nie sah.
Da reist Giovanni Netzer mit einer Truppe aus dem idyllischen Riom (GR) an und präsentiert eine Krönungs-Show, die alles bietet; Epos, Musikgewalt und eine Tanz- und Inszenierungsfantasie die schon fast sakral die eigene Spiritualität anrührt. Aber, auch eine Portion Ironie – wenn man die Rolle des Staates, der Kirche und der inszenierten Dramaturgie der Medien zu hinterfragen getraut.
Die Königsmutter, die ihren Schützling ins brutale Geschäft schickt. Der König, der alles will nur nicht das. Die Bischöfin, die ihren Job macht aber mehr will. Der Seher, der den Größenwahn auf dem Thron stoppen will. Ein Personal von Dienern, Musikern, und Sängern, die ihre Arbeit bravourös erledigt und vielleicht froh ist um die sichere Arbeitststelle.
Ob ich das richtig verstehe, lassen wir offen. Aber dass ich begeistert bin ist ohne Frage und auch Grund dieses Schreibens.
Ich verstehe schlicht und einfach nicht, dass alle Medien an vordester Front jedes Jahr über Bööggverbrennen, Street Parade oder Knabenschießen auf allen Kanälen berichten aber über dieses großartige, von Giovanni Netzer lancierte Spektakel für Aug und Seele so marginal bis nichts berichtet.
Heute, liebe Leut’, ist die letzte Möglichkeit, es zu sehen, es zu erleben. Wenn Ihr es kritisch zerpflücken möchtet, dann bitte sehr. Aber geht hin und macht was.
Die sympathische für Medien zuständige Dame sagte mir gestern, dass sie es nicht verstehe, warum die Zürcher Medien sich dergestalt desinteressiert verhalten.
Und wisst Ihr was? Ich auch nicht.
Heute also Kinder, wird es um 17:15 Uhr im HB Zürich was geben.

Echte oder falsche Kunden?

Mai 10, 2012 Von: Urs Heinz Aerni Kategorie: Allgemein

Inserate in den Zeitungen gehören dazu wie die Briefmarke auf die Postkarte. Anzeigen vermitteln Zeitgeist, Ideen und Weiterbildung in Sachen wirtschaftliche Befindlichkeit im Land. Da steht eine sympathische Ärztin selbstsicher vor einem Krankenhaus. Sie heiße Gabriela und sie sei zufrieden mit den Dienstleistungen der Bank Julius Bär. Bei näherem Hinsehen enstand der Verdacht, dass diese junge Frau in Weiß nicht Gabriela heißen und auch keine Ärztin sein könnte. Das Wirtschaftsmagazin INSIDE PARADEPLATZ fragte bei der Bank nach und prompt handelt es sich nicht um eine zufriedene Kunden, sondern ein Fotomodell. Frage: ist eine solche Art der Werbung üblich oder grenzt das an Suggerierung von falschen Fakten?

“Tatort” Verlosung!

Mai 09, 2012 Von: Urs Heinz Aerni Kategorie: Allgemein

Da erhalte ich doch freundlicherweise eine Einladung mit zwei Gratis-Tickets für die Filmpremiere von Tatort: Skalpell.Aber leider darf ich bei “Nachtfieber” in Olten auftreten und kann nun diese Einladung nicht folge leisten. Deshalb verlose ich die beiden Eintrittskarten an meine verehrten Leserschaft.
Wem darf ich ein Ticket oder auch zwei zusenden? Wichtig, Beim Gewinn dieser Verlosung müssen Sie wirklich hin.
Termin: 15. Mai 2012 ab 19 Uhr – Ort: Verkehrshaus Luzern
Die ersten gewinnen, keine Korrespondenz.

Ist das Buch nicht mehr sexy genug?

Mai 05, 2012 Von: Urs Heinz Aerni Kategorie: Allgemein

Liebe Leserin, lieber Leser,
in Gesprächen über die Branchenentwicklung klingt in letzter Zeit häufigerdurch, dass das Buch womöglich an Nimbus verliert. Dabei geht es gar nichtso sehr um die Frage, wie sich das Verhältnis von E-Books und gedrucktenBüchern austariert, sondern um die Position von Büchern im breiterenMedien- und Unterhaltungsspektrum.
Drängen die handlichen Tabletcomputer und Smartphones womöglich das Lesenlängerer, komplexer Texte in den Hintergrund?
buchreport fragt: Wie schätzen Sie das als „Buchmensch“ ein (wobei wir unsneben „ja“ oder „nein“ über einen kleinen Kommentar freuen).
Drei Fragen zur Buchbefindlichkeit, die Sie mit Namen oder anonymbeantworten können, finden Sie über diesen Umfrage-Link.

Herzlichen Dank für Ihre Einschätzung.

 

SBB, die Post und Data Quest

Mai 02, 2012 Von: Urs Heinz Aerni Kategorie: Allgemein

1. Sezene

Ein Schweizer sitzt im Zug von Zürich nach Karlsruhe. Bis Basel hat er ein GA der SBB, ab Basel buchte er bei der Deutschen Bahn. Ein freundlicher Zugsbegleiter der SBB riet ihm, die ganze Strecke via SBB zu buchen. Das könne sogar günstiger sein. „Wirklich?“ fragte der Gast. „Fragen Sie am Schalter nach“ antwortete er. Nett, dachte sich der Schweizer und fragte am Schalter des Bahnhofs Zürich-Altstetten nach. In der Tat, es kam günstiger. Kurz vor Kaufabschluss sagte der SBB-Mann am Schalter, dass es 10 Franken zusätzlich koste. Der Kunde fragte nach. Am Schalter gekaufte Fahrscheine erführen einen Service-Zuschlag.

Frage: war der Kunde enttäuscht oder wütend?

2. Szene

Am Postschalter von Zürich-Albisrieden erschien ein Kunde mit rund 30 Briefen mit unterschiedlichen Gewichten für Inland, Österreich und Deutschland. Die Dame verdrehte die Augen und sagte, das wird ja ewig dauern. Der Kunde erlaubte sich den Kommentar, dass dies doch zum Kerngeschäft der Post gehöre. Aber wenn es eine einfachere Methode gäbe, so sei er offen. Die Post-Frau verwarf die Hände, das sei jetzt auch egal. Nach Bezahlung der Porti fand es die Mitarbeiterin nicht nötig, ein „Auf Wiedersehen“ auszusprechen.

Frage: Wie soll sich der Kunde fühlen?

3. Szene

Im Geschäft der Firma Data Quest kaufte ein Kunde einen neuen Computer mit allem drum und dran. Verkäufer war sehr freundlich, gute Stimmung. Der Kunde zahlte umgehend im Laden und machte sich mit der großen Schachtel zur Straßenbahn, zum anderen Ende der Stadt. Er freute sich aufs Installieren in aller Ruhe. Beim Auspacken stellte er das Fehlen der Schachtel mit dem Office-Programm fest. Er rief Data Quest an, eine Frau nahm ab und bestätigte das vergessene Objekt. Man könne es abholen. Nicht ein „Sorry“ noch ein „tut mir leid“. Der Kunde reiste vom Ende der Stadt zurück zum Bahnhofsplatz. Eine Mitarbeiterin bat um Geduld, dann brachte ein junger Mitarbeiter es aus dem Rüstraum und überreichte es dem Kunden.

Der Kunde ist freischaffend und verlor 1,5 Stunden, die ihm niemand verrechnete. Nicht mal eine Versöhnungssüßigkeit oder einen Espresso. Der Kunde musste noch eigens um eine kleine Tüte bitten. Der Käufer verließ den großen weißen Verkaufstempel.

Frage: Soll der Kunde Data Quest weiterempfehlen?

 

ACHTUNG: Soeben erhielt ich ein langes Schreiben mit vielen Erklärungen und mit der Bitte um Entschuldigung. Das sei hier erwähnt!


Fazit: Der Service Public streicht das Wort „Service“ zwecks Renditemaximierung und die Privatwirtschaft wird kaum kompensieren können.

Diese drei Szenen spielten sich innerhalb von zwei Tagen ab und zwecks Aufwandminimierung, sei der Verlust in große Unternehmen in einem Atemzug auf einmal hier formuliert. Ob dieses Feedback was bewirkt, darf wohl nicht erhofft werden, denn nur so stünden die nächsten Enttäuschungen an.

Aus Milch und Trauben entsteht Käse und Wein – und ein Buch

April 25, 2012 Von: Urs Heinz Aerni Kategorie: Allgemein

Die Welt des Käses ist groß, die Welt des Weins ebenso. Die beiden haben viel Gemeinsames: Aus gutem Rohmateral – Milch und Trauben – werden qualitativ hochstehende, köstliche Lebens- und Genussmittel. Zwei Universen – ein Genuss. Armando Pipitone, der Sommelier du Vin et du Fromage ­ empfiehlt Liaisons, die den Käse und den Wein und natürlich den Geniesser glücklich machen. Für RADIO FREIRAD INNSBRUCK führte ich mit Armando Pipitone und Andreas Knecht ein Interview zu diesen schönen Buch. Hier Anklicken und nachhören.

Das Buch:Käse & Wein von Andreas Knecht und Armando Pipitone, Fona Verlag.

 

Instabile Texte, Missverständnis, Nachtfieber und eigenartiges Land

April 21, 2012 Von: Urs Heinz Aerni Kategorie: Allgemein

Was ist instabiler, das Leben oder die Sprache? Alle würden wohl sofort das Erstgenannte wählen. Aber wenn die Sprache aus dem Leben kommt, so ist sie es genauso. Spätestens bei der Lektüre der Texte von Zsuzsanna Gahse wird klar, dass auch eine bewusst angewandte Sprache das Leben drum herum instabilisiert. Der geografische Werdegang der Autorin von Budapest über Wien, Kassel und Stuttgart nach Luzern und in die Ostschweiz könnte den Schluss zulassen, dass Zsuzsanna Gahse in der Spracharbeit eine stabilisierende Komponente zu finden hoffte. Man müsste sie fragen. Fraglos ist allerdings, wie ihre Literatur unser vermeintlich klares Sprachgebäude neu einrüstet, um es zu untersuchen. Ihr sprachliches Feilen, Schleifen und Aufrauhen macht Deutsch zu einer Baustelle ohne die Absicht, das Baugerüst je wieder zu entfernen.

In “Donauwürfel” bringt Gahse es fertig, dem Fluss eine geometrische Form zu geben, die literarisch perfekt funktioniert und trotzdem beim Lesen die Haare nass werden lässt. Und in “Das Nichts in Venedig” bringt sie quasi das Gegenbild einer immer gleich wahrgenommenen Stadt zum Ausdruck, einer Stadt, die von der Kultur schon beinahe wegbeschrieben wurde. Und in “Instabile Texte” verzaubert Zsuzsanna Gahse Worte in Orte. Ob meine Lesart sich mit ihrer Schreibabsicht deckt, lassen wir offen, denn alles ist instabil, wie das Lesen.
Entdecken Sie diese Autorin und ihre Bücher.

2)
Ist die Liebe ein Missverständnis? Gute Frage, nicht? Zwei Kolumnisten schrieben im TAGES-ANZEIGER und BERNER BÄR zu diesem Thema, das uns nie in Ruhe lässt. Stefan Eigenmann und Markus von Känel. Am Montag stellen die beiden ihre neuen Bücher vor, im La Suite im Hotel du Theatre in Zürich:

3)
Und am 15. Mai feiert die Show “Nachtfieber” 5 Jahre Jubiläum. Ab 21 Uhr geht es los, in der Schützi. Auf Einladung von Rhaban Straumann feiern wir zusammen mit Endo Anaconda (Stiller Has), Freda Goodlett, Knuth & Tucek, Philipp Galizia und Wieslaw Pipczynski eine bunten Abend…

4)
“… wir sind halt ein eigenartiges Land” Podiumgespräch mit Xavier Koller, Rolf Lyssy, Monika Schärer und Paul Riniker jetzt im FILMBULLETIN. Heft für Fr. 9.- hier bestellen: buch-news@web.de

Sind Internetumfragen ernst zu nehmen?

April 12, 2012 Von: Urs Heinz Aerni Kategorie: Allgemein

Internetumfragen sind beliebt aber nicht kompetent genug um Qualitätsmängel aufzudecken. Eine solche (bei 20 MINUTEN) soll die Schweiz in Sachen Gastfreundlichkeit im Tourismus auf 23. Platz geschasst haben, wobei Österreich den Spitzenplatz einnähme.

Ein Hotelier in Ascona vermeldete mir für einen Zeitungsartikel vor Jahren den Umstand, dass SchweizerInnen nicht mehr bereit seien, “Berufe mit dienendem Charakter” auszuüben. Einkassieren ohne Dienen und Leisten sei ein eidgenössischer Trend. Harte Worte, die bedingt eine gewisse Wahrheit in sich bergen? Vielleicht.

Mein Aufenthalt im Hotel Schweizerhof in Lenzerheide während fast einer Woche vor kurzem, verleitet mich, diese ganze Debatte mit mit Links vom Tisch zu wischen.

Die gelassene, professionelle aber herzliche Aufmerksamkeit an der Rezeption ließ mich nicht umhin, per Handschlag mit allen sich zu verabschieden.
Das gastgebende Hotel-Ehepaar Züllig bringt es fertig, nach dem Checkout Phantomschmerzen zu verspüren – bereits im Bus nach Chur.

Von der Spa-Verantwortlichen über Nachtwächter bis hin zum Zimmerservice-Betreuer und Infrastruktur-Techniker; sie alle reden und wirken im Interesse für Gast und Haus, und dies jeweils mit einem Lächeln, das den Restschnee noch schneller Wegschmelzen lässt.

Bereits nach einer Nacht mit Abendessen und Frühstück könnte man den rechten Arm für dieses Hotel in das berühmte Feuer legen … aber erst wenn man die oben erwähnte Internetumfrage beidhändig zerrissen hat!

„Das Kulturgut Buch gehört zu den Bergferien“

März 27, 2012 Von: Urs Heinz Aerni Kategorie: Allgemein

Zum dritten Mal verwandelt sich die Hotel-Lobby in eine Bücherschau, die mit einen Kulturfest umrankt wird.

Über Ostern verwandelt sich ein Teil der Hotellobby in eine Art Büchermesse und illustre Namen zieren das neue Programm Berg & Buch im Hotel Schweizerhof Lenzerheide. Das Hotelierpaar Claudia und Andreas Züllig und meine Wenigkeit kamen vor vier Jahren auf die Idee, dass zu Kulinarik, Spa und Wintersport auch gute Bücher gehören. So luden sie die beiden Buchhändlerinnen Alexandra Vogel aus Dielsdorf und Susan Müller aus Schöftland ein, die Lobby ein eine Art Buchmesse oder Großbuchhandlung zu verwandeln. Und so können Feriengäste und Bewohner des Dorfes gemütlich in Kinderbüchern, Romanen, Bildbänden, Krimis und Sachbüchern stöbern und natürlich auch einkaufen.
Claudia Züllig ist bekennende Buchliebhaberin und auf die Frage nach ihrer Absicht für dieses Angebot, erklärt sie: „Nach der ersten Berg & Buch haben wir gemerkt, wie es geschätzt wird, dass auch das Kulturgut Buch in die Welt der Bergferien gehört. Zwischen Fitness, Plantschen und fein Essen gehört doch auch ein gutes Buch.“
Die Zusammenarbeit mit Hotel Schweizerhof sein ein Genuss, so der Mitorganisator Urs Heinz Aerni, „die unkomplizierte Art, die großzügige Gastfreundschaft und der Rahmen drum herum sei wie geschaffen, Bücher an genießende Zeitgenossen zu vermitteln“. Das Sortiment der Bücher wird durch die zwei Buchhändlerinnen und den Veranstaltern zusammengestellt, so dass für alle Geschmäcker was dabei sei.
Kulturprogramm mit Pedro Lenz

Die Initianten möchten es aber nicht nur dabei belassen, sondern organisieren zudem ein flankierendes Kulturprogramm. Der Drehbuch- und Romanautor der Kultreihe Wilsberg auf ZDF, Jürgen Kehrer, präsentiert  seinen neuesten Roman. Sandra Lüpkes liest aus ihrem aktuellen Kriminalroman Taubenkrieg und für die kleinen Gäste organisieren die beiden Kinderrätsel-Veranstaltungen.
Damian Zingg ist ein im Engadin lebender Autor und hat sich auf Biografien spezialisert, er gibt Auskunft auf die Frage wie aus Lebensgeschichten spannende Bücher werden. Ein weiterer Höhepunkt bei Berg & Buch wird Pedro Lenz sein. Die einen kennen ihn von den Morgengeschichten bei Radio DRS, die anderen sind Fan seiner Mundartpoesie mit viel Charme für Menschen, die immer irgendwie am Abgrund stehen und doch mitten ins Leben gehören. Sein aktuelles Buch Der Goalie bin ig wurde zu einem Bestseller. Alle Veranstaltungen sind für die Besucher kostenlos.