Urs Heinz Aerni

und was er so tut
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Beruf ist nicht Beruf

Juli 10, 2010 Von: admin Kategorie: Allgemein

Beruf ist nicht Beruf

Antoine de Saint-Exupéry nahm sich nicht das Leben, er wurde fliegend in seiner Kiste von einem deutschen Kriegsflugzeug abgeschossen. Gefundene Wrackteile im Meer und die Aussage eines ehemaligen deutschen Piloten im Greisenalter geben diese Information vor Monaten preis. Der alte Mann spricht mit betroffener Miene vor der Kamera über seinen damaligen Einsatz. Zu Boden blickend erklärt er, dass er nicht geschossen hätte, wenn er gewusst hätte, wer in der anderen Maschine saß, er habe diesen Autor gern gelesen und sehr geschätzt. Schätzte dieser Mann die Arbeit eines Spenglers, Architekten, Druckers oder Gärtners nicht? Glaubt dieser Mann, dass Saint-Exupéry nur ausgewählte Berufsgattungen ins Visier genommen hat? Soll ein Schriftsteller längere Lebensberechtigung im Kriegsfeuer haben als ein Butler oder ein Tierarzt? Hätten alle Schriftsteller im Kriegseinsatz ihre Maschinen mit Namen und Profession beschriften sollen? «Ich bin der bekannte Schriftsteller Soundso und bin mit dem aktuellen Roman noch nicht fertig. Schießen Sie mich nicht ab und freuen Sie sich auf mein nächstes Buch.»

«Achtung! Maschine K5, Sie werden von einem feindlichen Objekt verfolgt. Antworten.»

«Verstanden. Nehme Gegenangriff auf. Antworten.»

«Verstanden. Stopp! Sie haben Feuerverbot. Es handelt sich um den bekannten Lyriker Samuel Huber. Antworten.»

«Verstanden. Werde nichts unternehmen. Antworrrr…»

«K5! Können Sie uns hören? K5! Antworten Sie …»

DIE NZZ und ihre Zukunft

April 09, 2010 Von: admin Kategorie: Allgemein

DIE NZZ und ihre Zukunft

Sehr geehrte Damen und Herren,

Als Leser der ZEIT und langjähriger NZZ-Abonnent (mit Unterbrüchen) muss ich gestehen, dass der Beitrag in der ZEIT über die NZZ meine Beobachtungen bestätigen.
Der Interessenskonflikt innerhalb der NZZ zwischen dem Lager für Maximalrendite und dem Lager für Qualitätsjournalismus als Kernaufgabe ist spürbar.

Dass es soweit kam, ist ein Trauerspiel in der Geschichte der Publizistik in der Schweiz. Wenn aus jedem Geschäft, aus jeder Kompetenz und aus jeder Unternehmenstradition nur noch Geld ausgepresst werden soll, so stecken viele Leserinnen und Leser bei der NZZ im “falschen Film”.

Wir möchten eine gute und textlastige Zeitung. Wir möchten ein Blatt mit Hintergrundberichten, mit wohlformulierten Texten und mit Recherchen der Topklasse. Statt dessen werden die Texte kürzer und weniger, die Schlagzeilen typografisch größer und Bilder- samt Häppchentexte dominieren immer mehr.

Liebe Damen und Herren der Investorengruppe, suchen Sie sich bitte ein anderes Unternehmen aus, mit dem Sie großes und schnelleres Geld machen möchten.

Liebe Damen und Herren von der Redaktion und Contentverwaltung, wehren Sie sich vor marktbedingten Verschlankung der NZZ-Ursprungskompetenz. Die NZZ muss sich von Ballast lösen und zu einer Zeitung schrumpfen, die ihres Namens würdig bleibt.

Wir möchten eine Zeitung lesen, die nicht durch Hochglanzkulisse und Firstclass-Podien zu glänzen versucht, sondern durch einen Journalismus, der durchaus sein Publikum (wieder)finden wird.

Mit freundlichen und besorgten Grüßen
Urs Heinz Aerni

LINK:
http://www.zeit.de/2010/15/CH-NZZ

Buntes Treiben mit einigen grauen Flecken …

März 23, 2010 Von: admin Kategorie: Allgemein

Kommentar zum Artikel von Joachim Güntner „Buntes Treiben mit einigen grauen Flecken“ von Joachim Güntner (NZZ, 22.03.2010)

Durch die Messestände zu schlendern ist das eine. Einen Bericht nach Zürich zu schicken um den Nichtdagewesenen davon zu erzählen, ist das andere. Über Allerweltsnamen wie von der abwesenden Helene Hegemann und den anwesenden Arno Geiger, Nina Hagen, Günter Grass oder Martin Walser wird geschrieben und zeitgleich die Abwesenheit von ‚internationalen Stars’ notiert. Die Fixierung auf Namen mit Promieffekt macht das Lesen einer Zeitung langweilig. Ja, es gibt sie, die neugierigen NZZ-Leser, die entdecken möchten. Zum Beispiel der Dittrich Verlag mit seiner Gesamtausgabe von Edgar Hilsenrath und Erasmus Schöfer. Die Dahlemer Verlagsanstalt mit junger Lyrik.  Oder der Abend in einer Buchhandlung, an dem Nora Gomringer mit ihrer Performance den anwesenden Klaus Wagenbach entzückte. Oder die Lesungen in einem Café aus originellen Kriminalromanen, die Einblicke in die letzten Jahrhunderte vermittelten. Oder da wären die Messelesungen des Schauspielers Thomas Sarbacher aus einem Buch des neuen Verlages Walde & Graf, der in Zürich lebenden Ulrike Ulrich aus ihrem ersten Roman „Fern bleiben“ (Luftschacht) oder die Poetry-Slam-Lesungen von Autoren aus dem Hause Voland & Quist, das von der Kurt-Wolff-Stiftung anlässlich der Messe geehrt wurde. Oder man könnte vom TvR-Verlag berichten, der das erstaunliche Buch von Felix Somary (1881 – 1956) „Krise und Zukunft der Demokratie“ neu auflegte.
Die Buchmesse Leipzig ist immer wieder ein Schmelztigel von Entdeckungen, die die Zuhausegebliebenen gerne durch einen neugieren Korrespondenten ihres Leibblattes vermittelt haben möchten. Vom Promilärm erfahren sie genug.

Urs Heinz Aerni

Bitte Themawechsel

Februar 02, 2010 Von: admin Kategorie: Allgemein

Allein Baden-Württemberg gehört zu den wichtigsten Handelspartnern der Schweiz, die halbe Nation sieht am Sonntag Abend “Tatort” aus Münster oder Köln, über 80 Prozent der Bücher in den Buchhandlungen stammen aus Deutschen Verlagen, die Deutsche Bundesliga gehört in der Schweiz zu den beliebtesten und meistverfolgten Wettberben, das Deutsche Weizenbier wird in hiesigen Kneipen in enromen Mengen konsumiert während am Stammtisch über die Deutsche Dominanz palavert wird.

Das Reinigungspersonal in den Hotels spricht portugiesisch, der Bauarbeiter slawisch, der Gast im Palasthotel russisch, der Skifahrer in der Gondel englisch, die Pflegerin im Altersheim philippinisch oder begrüßt den Bewohner für die Morgentoillette mit thailändischer Freundlichkeit. Wo ist hier bitte schön die eidgenössische Diskussion über die entsprechenden Filze oder Seilschaften?

In der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts zeigte sich die Schweiz mit der Zuwanderung aus Italien überfodert, dann war man froh über die Kräfte für Arbeiten, die kein Schweizer mehr machen wollte und heute ist es kein Thema mehr. Nun hört man Deutsch in der Gastronomie, im Dienstleistungssektor oder im Operationssaal, und schon erklingt die gleiche Leier wie damals.

Der Schweizer Befindlichkeit muss eine Verunsicherung attestiert werden, eine gestörte Selbstwahrnehmung. Diese nutzt eine politische Partei dergestalt aus, dass alle drauf hereinfallen. Die Schweiz verbietet Minarette, exportiert Waffen, hortet Geld auf Teufel komm raus und wird von der UNO kritisiert, weil sie zu den Ländern gehört, die für die Biodiversität am wenigsten unternommen hat.

Meine Damen und Herren, wollen wir nicht endlich das Thema wechseln?

DIE LITERATUR UND DIE BÜHNE

Januar 21, 2010 Von: admin Kategorie: Allgemein

DIE LITERATUR UND DIE BÜHNE

züri littéraire widmet sich der Literatur in der Schauspielerei.

1. Februar 2010
18.30 Uhr
Kaufleuten Zürich

Gäste: Daniel Rohr, Graziella Rohr und Helmut Vogel
Programm: Urs Heinz Aerni
Moderation: Röbi Koller

Beim Drama ist der Berührungspunkt zwischen Literatur und Schauspielerei
offensichtlich: Der Text ist bereits als Bühnenstück verfasst. Der Regisseur hat eine Grundlage auf die er sich direkt stützen kann. Bei der szenischen Umsetzung anderer Literaturgattungen hingegen beginnt der Theaterschaffende bei null. Das Stück muss gegliedert, die Dialoge unter Umständen erst geschrieben werden. Mehr Arbeit am Text ist gefragt.
Der Schauspieler seinerseits steht bei jeder literarischen Vorlage vor der Aufgabe, sich den Text anzueignen. Was aber tut er, wenn ihm das Einfühlen in die Rolle nicht gelingen will, wenn der Stoff ihm Mühe bereitet? Ist er in dieser Situation dankbar für die Regieanweisungen eines Autors oder empfindet er sie als einengend? Und wie steht es um die Ratschläge des Regisseurs?
Um dem Publikum letztlich eine authentische Darstellung präsentieren zu können, ist eine Auseinandersetzung mit der schriftlichen Vorlage unumgänglich. Doch wie geht man an einen Text heran, den man auf der Bühne umsetzen will? Was passiert, wenn Literatur auf die Bühne kommt?
Das Züri Littéraire widmet sich den beiden Künsten Schauspielerei und Literatur. Röbi Koller diskutiert mit den Schauspielern Daniel Rohr, Graziella Rossi und dem Regisseur und Schauspieler Helmut Vogel über das Lesen und Spielen mit Texten und über ihre persönlichen Erfahrungen mit der Inszenierung von Literatur auf der Bühne.
Freundliche Grüße
Das Team züri littéraire
Urs Heinz Aerni, Röbi Koller und Mona Vetsch
info@zuerilitteraire.ch
http://www.zuerilitteraire.ch

Osteuropa – Züri Littéraire

Dezember 13, 2009 Von: admin Kategorie: Allgemein

OSTEUROPA

Was wäre die deutschsprachige Literatur ohne den Osten? Autorinnen und Autoren aus Osteuropa, die in ihrer Kindheit in ein westliches Land immigrieren mussten, wird gerne der Stempel «Migrationshintergrund» aufgedrückt. Während dieser Begriff in der Politik und Gesellschaft immer stärker als problematisch wahrgenommen wird, scheint dies in der Literatur der gegenteilige Fall zu sein.

Geprägt von der Muttersprache des jeweiligen Autors finden neue Impulse, neue Färbungen und Bilder Eingang in die deutschsprachige Literatur. Die Erzähltraditionen des Ostens mutieren zum Qualitätssiegel. Fabulierlust und Temperament faszinieren das westliche Publikum, das gleichzeitig der Sehnsucht nach weiten Feldern, kauzigen Figuren und wodkagetränkten Geschichten erliegt. Doch wie erleben die Schreibenden selbst die Rezeption der deutschsprachigen Leser? Und wie erfahren sie den Einfluss der Muttersprache auf ihre Texte?

Alljährlich verleiht die Robert Bosch Stiftung den berühmten Adelbert-von-Chamisso-Preis an deutsch schreibende Autoren mit nicht deutscher Muttersprache. Die Auszeichnung ist nach Adelbert von Chamisso (1781–1838) benannt, der sich als Franzose erfolgreich in die deutschsprachige Literaturgeschichte schrieb. Zwei Preisträger und eine Journalistin und Autorin sind zu Gast bei Züri Littéraire.

Mona Vetsch unterhält sich mit dem polnisch-deutschen Autor Artur Becker, dem rumänisch-schweizerischen Schriftsteller Catalin Dorian Florescu und der rumänisch-schweizerischen Fernsehproduzentin und Auslandkorrespondentin Dana Grigorcea über eine Literatur auf der Grenze zwischen Ost und West.

Züri Littéraire

4. Januar 2010 um 18.30 Uhr im Kaufleuten Zürich http://www.zuerilitteraire.ch

Darf Literatur lustig sein?

Dezember 02, 2009 Von: admin Kategorie: Allgemein

Darf Literatur lustig sein? Autoren und Sachverständige sind sich in dieser Frage oft uneinig. Kritiker des Bachmann-Wettlesens in Klagenfurt bedauern, dass Humor und Witz in den Texten von der Jury nicht goutiert würde. Parodie, Satire, Sarkasmus und Ironie sind Facetten des Lächelns. Es sind Stilmittel, die in fast jedem Roman Verwendung finden. Texte mit Esprit bewegen sich immer zwischen Raffinesse und Kalauer.

Eine weitere Disziplin ist das Literarische Kabarett. Es sucht sich seinen Platz irgendwo zwischen Komik und Literatur. Auf der Bühne erfährt das Kabarett direkt die Reaktion des Publikums. Nicht wenige Kabarettisten schreiben aber auch Kolumnen und Romane und begeben sich damit in die Literaturszene. Das Züri Littéraire widmet sich dieser Literaturgattung und den Fragen rund ums Lachen in der Welt der Bücher.

Röbi Koller unterhält sich dazu mit Bernd Fritz und Lorenz Keiser. Bernd Fritz hat ausgefallene Flirts der Weltliteratur gesammelt, unter anderen von Goethe, Robert Musil, Leo Tolstoi und Heinrich Böll. Humorvoll analysiert er deren Flirtstrategien und kommentiert die heutigen Erfolgsaussichten. Lorenz Keiser benennt als Kabarettist, Kolumnist und Buchautor die Sorgen des Alltags und kommentiert bissig die politische Aktualität.

«Humor ist das Salz der Erde, und wer gut durchgesalzen ist, bleibt lange frisch.» Karel Capek, tschechischer Schriftsteller (1890 –1938).

Der Anlass:
Züri Littérarie
7. Dezember 2009 um 18.30 Uhr im Kaufleuten Zürich
Abendkasse ab 17.45 Uhr geöffnet.

Wenn die Kulturpolitik sauer aufstößt oder wie sich die Schweiz zu einer privatisierten Dikatur wird.

November 12, 2009 Von: admin Kategorie: Allgemein

Kulturförderungen werden reduziert und die Wiedereinführung einer Buchpreisbindung steht unter großem Druck.

Sauer aufstoßen? Wenn der Magen rumort kommt das vor. Aber gewisse Entscheidungen seitens Behörden stoßen auch sauer auf. Noch immer hinterlässt die Finanzkrise ihre Spuren. Die Gier der Großbanken nach schnellem aber unsicherem Geld löste eine rekordverdächtige Rettungsaktion durch Regierungen aus. Steuergelder mussten eingschossen werden, damit das ganze Abendland stabilisiert wird. Wo Mittel abgezogen werden, entstehen neue Löcher. Da meldet zum Beispiel die Credit Suisse neue Milliardengewinne und die gleichzeitige Bekanntgabe, dass das Unternehmen aus Erholungsgründen noch keine Steuern zahlen muss.

Gleichzeitig lassen staatliche Kulturfördereinrichtungen ausrichten, dass Gelder gestrichen würden. Für die Rettung der Altersvorsorge und Versicherungen werden Gelder von der Realwirtschaft abgezwickt.

Kleinunternehmen und Kultureinrichtungen kämpfen ums nackte Überleben und die Hochfinanz investiert in Geschäfte und Löhne als wäre die Finanzkrise ein Rülpser in der Wirtschaftsgeschichte.

Verkannte Notwendigkeit der Kultur

Das stößt sauer auf. Kultur ist nicht immer klar zu definieren. Damit verbindet man Musik, Film, Tanz, Kunst, Theater und Literatur. All diese Kunstformen gehören zum Leben. Zum Leben mit Kreativität, Ideen, Perspektiven und Visionen. Kultur ist lebensnotwendig und sie ist oft da präsent, wo der Passant oder Konsument sie nicht realisiert aber nutzt.
Kultur ist auch ein Wirtschaftsfaktor, als Generator für Fantasie und Mobilität, die jeder Mensch im Business braucht.

Schweiz tickt wieder einmal anders

Hochhäuser, Fußballstadien und Autobahnen finden immer Geldgeber. Wenn die Literatur, der Jazz oder der Film an die Tür klopft, heißt es: „bitte warten.“ Es sei denn, man garantiert einen Blockbuster oder Beststeller.

Sauer aufstoßend ist auch das Trauerspiel mit der Buchpreisbindung, das in Bern aufgeführt wird. In Nachbarländern wird der Sinn der Buchpreisbindung für eine Gewährleistung für Bücher zu moderaten Preisen – auch in ländlichen Gegenden – eingesehen. Aber die kleine Schweiz tickt natürlich wieder mal anders. Feste Preise für Bücher ermöglichen die Finanzierung von Titeln, die eben nicht massentauglich sind und Gewinne abwerfen. Hand aufs Herz, was haben wir davon wenn die Autobiografie von Dieter Bohlen günstiger wird? Sind Billigangebote für solche und ähnliche Bücher eine Kulturleistung wenn im Gegensatz stille Literatur, feine Lyrik, originelle Philosophie und gewinnende Bildung unbezahlbar wird oder gar nicht mehr erscheinen? Was passiert mit unserer Kultur, wenn wir von ihr erwarten, im freien Markt bestehen zu müssen? Die Antwort finden Sie beim versuchten Genuss eines Spielfilms bei Privatsendern wie RTL oder Sat1.

Schweiz AG?

Es scheint so, dass unsere Regierung alles an den Markt delegieren will.

Man könnte ja die Eidgenossenschaft in eine AG umwandeln und den Bayern die Alpen verkaufen, Hauptsache es gibt Kohle. Privatisieren wir auch gleich die Feuerwehr. Dann hieße es am Telefon: „Möchten Sie das brennende Haus umgehend gelöscht haben, so geben sie Ihre Kreditkartennummer ein.

Ansonsten drücken Sie Taste 2 für Aufräumarbeiten zum Weekend-Tarif.“

Denkfehler

Kultur ist mit der Lebensqualität so verflochten, dass sie unverzichtbar ist. Auch wenn Politiker immer wieder auf die Idee kommen, sie als gesonderten Teil unserer Gesellschaft zu werten. Dieser Denkfehler wird Mode und gefährdet eine Qualtität des Lebens, die für spätere Generationen teuer zu stehen käme. Kultur, meine Damen und Herren der Politik, gehört zum Grundservice eines Landes, in das ich mein Steuergeld investiere.

Urs Heinz Aerni

Grenze – 2.11.2009 – Zürilitteraire

Oktober 23, 2009 Von: admin Kategorie: Allgemein

GRENZE

“Grenze” wirkt bedrückend und einengend. Grenzlinien kann man ziehen oder sie überschreiten. Trotz aller Aufgeklärtheit, Toleranz und Globalisierung machen sich immer wieder Grenzkonflikte bemerkbar, von der Frage nach der Herkunft bis hin zur Frage, ob dieses Buch nun ins Regal Literatur, Krimi oder Lyrik zu stellen sei. Wir hätten es eben gerne geordnet und klar gegliedert. Schliesslich muss alles seine Richtigkeit und Überschaubarkeit haben. Kleinliches Denken liebt Grenzen und läuft Gefahr, alles in Sparten einzuordnen. Hat die Literatur die Macht, Grenzen sichtbar und ungültig zu machen? Löst das wohlformulierte Wort Denkprozesse aus, die grenzüberschreitend sein können? Bietet die Musik gegenüber der Literatur mehr Chancen zur Versöhnung und Weitsicht?

Züri Littéraire spürt dem schwierigen Begriff «Grenze» nach. Navid Kermani besitzt einen deutschen und iranischen Pass, ist Orientalist und als Schriftsteller Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie auch der Deutschen Islamkonferenz. Durch die Nominierung für den Hessischen Kulturpreis wurden ihm Grenzen bewusst, von denen man eigentlich dachte, dass sie in unserer Zeit nicht mehr existierten.

José F.A. Oliver wuchs als Sohn spanischer Gastarbeiter im Schwarzwald auf, seine Lyrik spielt oft mit alemannischen Versatzstücken, Kultur- wie Sprachgrenzen verlocken ihn, diese zu überspringen, ob schreibend oder reisend. Ruth Schweikert ist in Lörrach geboren und in Aarau aufgewachsen. Ihre Romane befassen sich mit der Realität als Fiktion, denn klare Grenzen sind hier weder auszumachen noch müssen sie gefunden werden. Die Grenze zwischen Kunst und Leben wird durch ihr Schreiben hinfällig. Mona Vetsch führt das Gespräch.

Urs Heinz Aerni
http://www.zuerilitteraire.ch

Links zu Buchmessen

Oktober 19, 2009 Von: admin Kategorie: Allgemein

Frankfurter Buchmesse www.buchmesse.de

Leipziger Buchmesse www.leipziger-buchmesse.de

Buchmesse Olten www.buchmesse-olten.ch

BuchBasel www.buchbasel.ch

Luzern bucht www.literaturfest.ch

Frauenfelder Buch- und Handpressenmesse www.waldgut.ch