Urs Heinz Aerni

und was er so tut
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Schweiz und 1. August: Antworten auf gestellte Fragen

Juli 27, 2015 Von: Urs Heinz Aerni Kategorie: Allgemein

Was verbindet Sie mit dem 1. August? Was bedeutet er für Sie?

 

Urs Heinz Aerni: Sommer- und Schulferienzeit, sonst nichts, wenn Sie die patriotische Ader anzuzapfen beabsichtigen sollten. Außer natürlich die Peinlichkeit, dass Schweizer auf Urlaub im Ausland Raketen anzünden. Stellen Sie sich mal vor, wenn alle Nichtschweizer in der Schweiz an ihrem Nationalfeiertag Feuerwerke starten ließen.

Ah, an ein seltsames Ereignis erinnere ich mich gut. Wir machten mal mit den Eltern Urlaub in Morcote (Tessin) Ferien, da war ich noch ein kleiner Knirps. Wir saßen am 1. August auf der Terrasse des Hotels am See am Tisch und warteten auf das Abendessen. Da ging eine Palme in Flamen auf weil wohl ein Koch mit seiner Flambierkunst angeben wollte. Und jemand warf eine Fackel auf das Privatboot des Schlagerstars Peter Kraus. Sie brannte ein Loch ins Mahagoniholz. Der Star stand da und fragte den Hoteldirektor: „Warum tun die das?“. Soweit meine Verbindung zum 1. August als Schweizer.

 

Kennen Sie die Geschichte hinter dem 1. August? Warum ist es dieser Tag, an dem gefeiert wird? (Bitte nicht googeln;)

 

Aerni: War man nicht lange der Meinung, dass im Jahre 1291 sich drei Guerillakämpfer in den Europäischen Zentralalpen gegen eine Großmacht aus dem Osten verschwörten? Was mehr oder weniger durch Angriffe aus dem Hinterhalt und Steinewerfen gelang, bis dann das Geld das Ruder der Außenpolitik übernahm. Über einen Anführer der Bergkrieger erschien später sogar ein Roman, von einem Deutschen Schriftsteller, der ja gar nie in der Gegend war. Später wurde der 1. August wahrscheinlich vom Schweizer Tourismusverband als Produkt ins Sortiment genommen.

 

Feiern Sie den 1. August in diesem Jahr? In den letzten Jahren? Wenn ja, wie?

 

Aerni: Wenn Freunde mich besuchen, wird gefeiert. Wenn ich Freunde besuche, wird gefeiert. Das kann aber auch am 30. Juni oder am 17. September geschehen.

 

Kaufen Sie manchmal 1. August-Produkte? Für Dich oder andere? Was für welche?

 

Aerni: Ich kaufe sehr viele Produkte aber meistens weiß ich nicht, ob die am 1. August produziert wurden. Muss man das wissen?

 

Was verbindet Sie mit dem Nationalfeiertag? Was bedeutet er für Sie?

 

Aerni: Nichts, vielleicht noch, dass man das Label Schweiz neu definieren könnte.  Als eine Art Lebensgefühl oder eine Philosophie des Lebens mit einer Haltung der Verantwortung gegenüber der Umwelt und unserem Kontinent. Schweiz könnte für eine Artenvielfalt der Existenzen und Lebensentwürfen stehen. Schweiz als Logo für gutes und genussreiches Leben mit Werten, zu denen alle stehen würden.

 

Würden Sie sich einbürgern lassen, wenn Sie den Schweizer Pass nicht hätten?

 

Aerni: Wenn ich in einem Land lebe und mich fürs Wohl, die Rechte, die Umwelt und die Wohnqualität einsetzen möchte, dann stünde eine Einbürgerung an. Siedelt man in der Schweiz in einen anderen Kanton oder in eine andere Stadt, so kann man sofort wählen und abstimmen. Wieso geht das nicht auch für Menschen, die in die Schweiz ziehen und sich hier gesellschaftlich einsetzen möchten? Einbürgerung des Feelings oder der Sympathien willen wär kein Thema. Ich habe viele Freunde, und Lieblingsorte außerhalb der Schweiz, da müsste ich mich gleich mehrfach und parallel einbürgern lassen.

 

Genießen Sie den Herbst mit Literaturecho in Weimar

Juli 12, 2015 Von: Urs Heinz Aerni Kategorie: Allgemein

Lydia Zimmer, geborene Weimarerin, zeigt Ihnen vom 22. bis 25. Oktober 2015 mit Begeisterung und Passion ihre Heimatstadt.

In Weimar liegt Ihnen die Kultur zu Füssen: Goethe, Schiller, Liszt und Herder, UNESCO Weltkulturerbe, romantische Parkanlagen, das Deutsche Nationaltheater, DDR Geschichte… Kommen Sie mit und schauen Sie hinter die Kulissen. Verbringen Sie ein inspirierendes und vielfältiges Wochenende in dieser Kulturstadt!

Sie lernen den kulturellen Reichtum bei persönlichen Begegnungen vor Ort kennen und schätzen. Es erwartet Sie ein exklusives, individuelles Programm - in wenigen Tagen erleben Sie viel!

Lesen Sie mehr zum Programm

Buchen Sie jetzt - 22. bis 25. Oktober 2015

Empfehlungen

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Fliegenfischen in Graubünden

Juli 08, 2015 Von: Urs Heinz Aerni Kategorie: Allgemein

Erinnern Sie sich an den Film „Aus der Mitte entspringt ein Fluss“ von Robert Redford, an die poetischen Bilder mit den Männern beim Fliegenfischen?

Erfahren Sie, wie es geht. Lernen Sie eine besondere Art des Fischens kennen. Thomas Kubitz, Künstler und Fliegenfischer, macht Sie mit dieser Kunst vertraut.
Donnerstag, 9. bis Sonntag, 12. Juli 2015 &
 Donnerstag, 16. bis Sonntag, 19. Juli 2015
Kurskosten: CHF 240 inklusive Fischerei-Lizenz.
Wir bitten Sie jeweils um Voranmeldung am Vorabend bis 20.00 Uhr 
an unserer Réception oder per Telefon.

Katja Hachenberg gibt Auskunft über ihr Buch

Juni 29, 2015 Von: Urs Heinz Aerni Kategorie: Allgemein

Für das Radio Freirad Innsbruck führte ich mit der in Karlsruhe lebenden Autorin Katja Hachenberg ein Gespräch über ihr Buch "Yellow Room", erschienen im Kleinen Buch Verlag Karlsruhe. Der Beitrag kann hier gehört werden...

YELLOW ROOM erzählt von der teils schmerzlichen, teils fatalen Sehnsucht nach Leben und Liebe. Auf einem Gang durch das Berlin unserer Tage treten Erinnerung und Wahrnehmung der Protagonistin in ein komplexes Wechselspiel mit den Erscheinungen der Stadt. Der Text entfaltet sich assoziativ, frei und fluktuierend und inszeniert mit Lust ein vagabundierendes, mäanderndes Denken und Schreiben. Stadtlektüre, Ästhetik des Erlebens und literarische Selbstreflexion verschmelzen.

KATJA HACHENBERG, 1972 geboren, studierte Germanistik, Sozialwissenschaften und Philosophie an der Universität Siegen. 2001 bis 2004 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Germanistik/ Fachgebiet Literatur und Medien der Universität Kassel, wo sie mit einer Arbeit zu Räumen in der Literatur um 1900 promoviert wurde. Sie veröffentlichte zahlreiche literarische und literaturkritische Texte und lebt in Karlsruhe.

 

Die Bloggerin Daniela Jäggi fragt an.

Juni 29, 2015 Von: Urs Heinz Aerni Kategorie: Allgemein

Daniela Jäggi, Unternehmerin, Buchautorin und Bloggerin wollte mehr wissen über meine Affinität zu Ornithologie und stellte Fragen.

Das Interview ist hier zu lesen.

 

Ausblick auf Sprachsalz 2015

Juni 20, 2015 Von: Urs Heinz Aerni Kategorie: Allgemein

Bei den 13. Literaturtagen Sprachsalz (11.–13. September 2015) im Parkhotel in Hall in Tirol gibt es einmal mehr besondere literarische Stimmen zu entdecken.


Zu hören sind beim diesjährigen Festival deutsche, englische, französische und hebräische Stimmen nationaler und internationaler Autorinnen und Autoren, u.a. stellen die gefeierte israelische Schriftstellerin Lizzy Doron und die Pariser Filmregisseurin und Autorin Delphine Coulin ihre aktuellen Werke vor. Ein Abend ist den vertonten Texten des syrischen Lyrikers Nouri al-Jarrahge widmet. Einmal mehr sind Vertreter der Spoken Word-Szene zu erleben: Der New Yorker Performancekünstler John Giorno und die Poetry-Slammerin Amina Abdulkadir sind ebenso zu Gast wie Arno Camenisch, Mitglied der Autorengruppe „Bern ist überall“, die sich für Gleichstellung aller Sprachen der Schweiz einsetzt. Der preisgekrönte Kabarettist und Erzähler Ralf Schlatter erzählt von den großen und kleinen Dingen des Lebens und der österreichische Sprachexperimentator Walter Pilar von den Achsen des Augenblicks.

Mehr Autoren, unter anderem auch zwei spezielle Geburtstagsgäste, und das Detailprogramm sind ab August unter www.sprachsalz.com nachzulesen. Auch in diesem Jahr sind beim Festival kleine Leser willkommen: Bei Sprachsalz-Mini können Kinder zwischen 7 und 12 Jahren eigene Lesezeichen basteln und kurze Lesungen besuchen. Anmeldungen zu Sprachsalz-Mini werden bereits im Voraus entgegengenommen.
www.sprachsalz.com  WEBLOG: www.sprachsalz.com/weblog/

Die Sprachsalz-Organisatoren: 
Magdalena Kauz, Max Hafele, Heinz D. Heisl, Elias Schneitter,
Urs Heinz Aerni, Ulrike Wörner, Valerie Besl
TERMINE:
Pressegespräch Sprachsalz: Donnerstag 27. August 2015, 10.30 Uhr Parkhotel Hall
Parkhotel-Autoren-Empfang: Donnerstag, den 10. September 2015, ab 19.00 Uhr  (geschlossene Veranstaltung für geladene Gäste, Presse willkommen)

FÖRDERER, SPONSOREN, PARTNER:
Kooperationspartner: Medienturm Ablinger.Garber, Klangspuren,
Hauptsponsoren: Stadt Hall, Land Tirol, Bundeskanzleramt KUNST, Parkhotel Hall, Bank Austria
Weitere Sponsoren und Partner: Kulturregion Hall-Wattens, Kultur.Tirol, KulturKontakt Austria, ParkIn Hall, Pro Helvetia, Retterwerk Mercedes, Restaurant Welzenbacher, Tilak Landeskrankenhaus Hall, Tiroler Versicherung, Tiroler Tageszeitung, Der Standard, Innsbrucker Zeitungsarchiv IZA, Literar mechana, ULB Universitäts- und Landesbibliothek, Schweizerische Eidgnossenschaft – Schweizer Botschaft in Wien, Fondation Bartels Basel, Lampe Reisen, Wiederin Buchhandlung.

www.sprachsalz.com presse@sprachsalz.com

Was die Menschen glücklich macht

Juni 08, 2015 Von: Urs Heinz Aerni Kategorie: Allgemein

Der ehemalige Unternehmer und Nationalrat François Loeb ist im dritten Berufsleben nur noch eines: passionierter Schriftsteller. Wie er sich seinen Traum erfüllte, warum Bücher die Antithese zum täglichen Newskonsum sind und welche Lektüre er den gestressten Ex-Kollegen empfiehlt, erzählt er im Interview für den SCHWEIZER MONAT ...

 

Das Kulturprogramm im Hotel Schweizerhof Lenzerheide

Juni 01, 2015 Von: Urs Heinz Aerni Kategorie: Allgemein

Sommerkultur(gut) 2015
09. bis 12. Juli 2015 16. bis 19. Juli 2015

Lernen Sie die Fliegen fliegen oder die Fische mit der Fliege fischen.

Kurskosten: CHF 240 inkl. Fischerei-Lizenz.

 

23. Juli 2015, 13 Uhr - Dort wo Kühe Urlaub machen

Das Maiensäss, wo die Kühe sommern. Besuchen Sie mit uns das Maiensäss Sigron. Schweine streicheln, Hühner herzen und ins Heu springen.

 

24. Juli 2015, 13 Uhr - Gehen wo das Wasser fliesst

Das Tal, die Natur, der Mensch und das viele Wasser. Erwandern Sie mit uns den Parc Ela und freuen Sie sich auf den Imbiss auf der Ranch Farsox mit Fischzucht.


30. Juli 2015, 14 Uhr - Heiliger Bimbam

Auf der Alp scheint die Zeit zu stehen. Genießen Sie mit uns die Sicht mit Glockengeläut und frischer Kuhmilch. Wenn wir Glück haben, singt für uns die Petra den berühmten Alpsegen.

 

31. Juli 2015, 9 Uhr - Alles Käse

Das Käsen ist harte Arbeit, ihn zu essen ist Genuss. Besuchen Sie mit uns die Käserei Tschuggen und staunen Sie, über das, was zwischen Kuh und Milch passiert.

 


5. August 2015, 14 Uhr - Bio und Blumen

Die Alpenwiese muss gepflegt und gehegt werden, so wie das liebe Vieh. Wir besuchen den Biobauernhof von Urban und Sandra Breitenmoser und erfahren mehr über den Wert der Wiese und den Sommeralltag einer sehr sympathischen Bauernfamilie.

 

6. August 2015, 5:30 Uhr - Halali

Frühaufsteher erleben das Wilde der Natur. Kommen Sie mit auf die Pirsch wenn andere noch träumen. Keine Angst, das Gewehr bleibt zu Hause aber nehmen Sie die Kamera und das Fernglas mit. Der Bergwald in aller Hergottsfrühe birgt Überraschungen...

 

7. August 2015, 13 Uhr - Ins Alte wandern

Mit leichten Schrittes durch die Natur und in die Geschichte zurück. Wandern Sie mit uns zum Ortsmuseum Local in Zorten und bestaunen Sie Dinge aus früheren Leben. Der Weg ist einfach und der Bus bringt uns zurück ins Hotel.

 

Alle Ausflüge und Veranstaltungen organisieren wir exklusiv und kostenlos für unsere Hotelgäste. Begleitet und moderiert werden sie vom Journalisten und Talkmaster Urs Heinz Aerni.

 

Brauchen unsere Gärten GIs?

Mai 20, 2015 Von: Urs Heinz Aerni Kategorie: Allgemein

Seit etwa drei Jahren ist er weg. Unser Grauschnäpper. Auch der Fichtenkreuzschnabel saß vor Jahren zum letzten Mal auf einer Tannenspitze. Das Verschwinden dieser Vögel im Quartier ist die Quittung für das sogenannte verdichtete Bauen, die Opferung von Bäumen zugunsten Ziersträucher und der Auslagerung der Gartenarbeiten an umsatzorientierten Unternehmen.

 

Man erinnere sich an die Zeiten, in denen der Hauswart mit der Zigarre im Mundwinkel den Vorplatz wischte oder als der Hausbesitzer am Samstag da und dort die Ästchen abzwickte. Heute haben die Wohnungseigentümer für solche und ähnliche Arbeiten keinen Nerv, den verlieren sie lieber im Büro oder auf dem Bike. Deshalb beschließen Eigentümerversammlungen, den "Profis" auf Auftragsbasis den Umschwung zu überlassen. Dann kommen sie, ausstaffiert mit den Laubbläsern und stürzen sich als Möchtegern-GIs auf jedes herumliegende Blatt. Blitzeblank schaut das dann aus. Im Intervall von wenigen Wochen stehen Männer unter den Bäumen und rechen die dunkle Erde von jedem Laub frei. Maschinell rasiert ein Arbeiter die Lavendelstauden in voller Blütepracht anfangs August. Wohlverstanden, ein Mitarbeiter eines Gartenunternehmens, das wohl im Herbst keine Aufträge annehmen kann.

 

Gekillte Frösche

 

Gut, da gibt es die Architektin, die um ihre Neo-Bauhaus-Wohnblöcke Natur- und Magerwiesen wachsen und nur zweimal jährlich mähen lässt, soll ja auch nicht unerwähnt im löblichen Sinne bleiben. Die Freude darob erblasst ziemlich schnell angesichts deren Hausbesitzerin nebenan, die ihren Naturgarten in einen golfplatzartigen Rasen verwandeln lässt, da sie durch ihre Reisen keine Zeit für solche Nebensächlichkeiten hat. Nett sind zwar die beiden kleinen Weiher mitten drin aber die Rasenmäher lassen den winzigen Jungfröschen bei der Auswanderung keine Chancen mehr und nimmt sie alle unter die Messer.

Und wenn hier noch von dem Ehepaar erzählt werden soll, das eine stolze und schöne Tanne für eine abendliche Strapazierung der solariumgeprüfte Haut durch die untergehende Sonne fällen lässt, dann könnte man sich in Rage schreiben.

 

Neue Märkte

 

Sind wir soweit, dass Gärten und Grünanlagen in Vorstadtquartieren durch die Pro Natura vor gewinnmaximierenden Gärtnereien geschützt werden muss? Kann es sein, dass der ehemalige Anwalt fürs Grüne dank Renditedruck zum Feind für naturnahe Oasen wird? Ja, richtig, wir leben ja alle von Geld, Umsatz, Gewinn. Aber wir leben länger, besser und fröhlicher wenn ökologische Vielfalt auch vor der Haustüre statt findet. Liebe Unternehmen der grünen Zunft, wie wäre eine Verlagerung von Nullachtfünfzen-Dienstleistungen auf naturnahe Pflege mit dementsprechender Aufklärungs- und Beratungsangeboten? Wetten, dass ein geschäftsmäßiges "Brachland" nur darauf wartet, bearbeitet zu werden?

 

Nun, kurz vor Abgabe dieses Artikels sah ich in einer Nauturwiese vor dem Nachbarswohnblock zwei Gartenbauangestellte kauern, rupfend am Gras. Ich sprach einer der beiden an und machte ein Kompliment über diesen naturnahen Flecken. Er sah mich verdutzt an und fuchtelte mit der Hand ab und zeigte auf seinen Kollegen. Der Kollege drehte sich um und sagte: "Der versteht kein Deutsch". Ich wiederholte meine Begeisterung zu diesem Konzept der Naturwiese. Der Mann stand auf, an der Harke stützend gab er zur Antwort: "Keine Ahnung, was Sie meinen, wir müssen da nur bestimmte Gräser ausreißen ... aber ich sag es dem Chef weiter".

Nickend ging ich weiter und stellte mir die Frage ob ich mich mit diesem Herrn nicht eher über das nächste Formel 1-Rennen hätte unterhalten sollen.

 

Buchtipp zum Thema: Hecken für naturnahe Gärten von Dietrich, Gregor;, ISBN 978-3-7040-2155-7

Lyrik als Einspruch - Buchtipp

Mai 19, 2015 Von: Urs Heinz Aerni Kategorie: Allgemein

Er schreibt zwar Lyrik, kann sich aber in Rage reden, wenn von unserer Gesellschaft mit ihrem Getöse die Rede ist. Roland Merk rührt im Kaffee, im Bahnhofsbuffet Basel. Neben der Tasse liegt sein Buch "Wind ohne Namen", ein Buch, das ihm sichtlich am Herzen liegt. In lyrischer Sprache reflektiert Merk seine Beobachtungen, seine Gedanken, angesichts dessen, was ihn umtreibt. So wie er als Theaterautor sich mit der Vertreibung der Palästinenser durch Israel in den 40er Jahren auseinandersetzte, umkreist er nun literarisch gesellschaftliche Themen. Auf die Frage, ob das Schwergewicht in der Sprachkunst oder in der Kritik an der Umwelt liege, erklärt Merk, dass beides sich die Waage halte, so hoffe er; "Wo es Literatur heute mit dieser Welt aufnehmen will, so bescheiden ihre Strategien auch sind, so stösst sie, will sie nicht blind sein, immer wieder auf Verhältnisse, die Kritik an der Gesellschaft miteinschließen".

 

Vages Gefühl im Bauch
Roland Merk wurde für die Arbeit an diesem Buch durch die Literaturkommission der beiden Basler Kantone gefördert und auf die Frage, warum er sich für die Lyrikform entschieden habe, antwortet er: "Für dieses Buch hatte ich zunächst nur ein vages Gefühl im Bauch. Mir schwebte vor, so etwas wie ein literarisches Bild dieser so ratlosen und gleichzeitig von Katastrophe zu Katastrophe eilenden Epoche zu zeichnen. Dafür eignet sich nur die Lyrik!" Gerade wenn man in ein "offenes und unübersichtliches Feld" wage, wie die jetzige Zeit, eigne sich die Gedichtsform besser als jede andere literarische Gattung. Nach der Lektüre des Buches schwankt der Leser zwischen Streitlust und Resignation, ob dies Absicht ist? "Nein, und es wäre fatal, das zur Absicht machen zu wollen. Umgekehrt kann man aber auch nicht so daherkommen und den Leuten sagen, wir haben zwar verdammt viele Probleme auf dieser Erde, aber das packen wir schon".

 

Vom Wind zum Sturm
Roland Merk wuchs in Luzern und Lausanne auf, studierte in Zürich, Berlin und Bern Philosophie, Germanistik und Soziologie und lebt heute abwechslungseise in Basel und Paris. Mit seinem Dokumentartheater über den Nahostkonflikt "Replay Palestine" erhielt er eine Einladung an die Volksbühne Berlin.
Die Kaffetasse ist längst leer und Merk ist vertieft in seinen Überlegungen: "Wir alle wissen, mit Ausnahme von einigen Ewiggestrigen, dass wir gewissermassen mit 160 kmh auf eine Wand zufahren, deren Beschaffenheit und Härte uns die Wissenschaft beschrieben hat. Trotzdem tun wir so, als ob nichts geschehen wäre". Im Laufe des Gesprächs und der Lektüre mausert sich aus "Wind ohne Namen" zu einem "Sturm ohne Namen". Merk würde seine Art Lyrik als "Einspruch" bezeichnen.

 

Das Buch:

Merk, Roland
Wind ohne Namen
Gedichte
(Edition Acht) ISBN: 978-3-85990-155-1